Kulturelle Veranstaltungen
Kathakali
Das alte, klassische Tanzdrama Kathakali stellt eine Andachtshandlung und den universellen Kampf zwischen Gut und Böse dar. Der Tanzstil nutzt Choreografie, Handgesten, Mimik und jahrelanges Training, um die indische Tradition darzustellen.
Make-up und Kopfschmuck sowie die farbenprächtigen Kostüme der verschiedenen Figuren bilden die Symbolik des Kathakali, die viel Arbeit erfordert. Volksmythologien, religiöse Traditionen und die spirituellen Vorstellungen der hinduistischen Epen finden im Kathakali ihren Ausdruck – ein überirdischer, wunderbarer Aspekt, der den gesamten Tanz außergewöhnlich macht.
Der Tanz ist einzigartig durch seine erzählerische Art, seine hervorragende Fußarbeit und seine eindrucksvollen Gesichts- und Handbewegungen, die von Gesang und Musik begleitet werden. Die alten Kampfkünste und sportlichen Bräuche, die in Kerala und den umliegenden Regionen verbreitet sind, spiegeln sich im aufwendigen, lebhaften Make-up, in den charakteristischen Gesichtsmasken und Kostümen sowie im unvergleichlichen Stil und den Bewegungen wider. Traditionell wird er von männlichen Tänzern aufgeführt.
Mohiniyattam
Mohiniyattam, Keralas traditioneller Tanzstil, hat seinen Ursprung in der hinduistischen Mythologie. In den fließenden Bewegungen wird die Verführerin „Mohini“ beim Tanzen dargestellt. Mit ihren wunderschönen Bewegungen, die das Elixier zurückgewinnen, ihren leidenschaftlichen Blicken und ihren wiegenden Tanzschritten betörte sie die Dämonen. Es ist ein Fest für die Augen: Die Frauen tragen schlichte, erlesene Gewänder in Elfenbein oder reinem Weiß mit goldenen Filigranverzierungen. Dieser Eindruck harmoniert wunderbar mit der melodischen Musik, die den Tanz begleitet. Wie beim Kathakali wird in diesem Tanzstil großer Wert auf die Mimik gelegt, und die Tänzerinnen müssen hervorragende Darstellerinnen sein, um sie bestmöglich zu vermitteln. Mohiniyattam, das während der Chera-Dynastie vom neunten bis zum zwölften Jahrhundert sehr beliebt war, ist ein stark stilisierter, femininer Tanzstil.
Bharatanatyam
Südindien ist die Heimat des Bharatanatyam, eines der ältesten klassischen Tanzstile. „Bharatanatyam“ ist der Name eines Tanzstils, der Bhava (Ausdruck), Tala (Rhythmus) und Raga (Melodie) vereint. Hinduistische religiöse Themen und spirituelle Vorstellungen werden durch die erstaunliche Fußarbeit und die eindrucksvollen Gesten der Tänzerinnen und Tänzer veranschaulicht. Zu seinem Repertoire gehören Nrita (reiner Tanz), Nritya (ausdrucksstarker Tanz) und Natya (dramatisches Erzählen). Im ganzen Land dient dieser Tanzstil als Inspiration für verschiedene künstlerische Ausdrucksformen wie Bildhauerei und Malerei. Es ist ein anspruchsvoller Tanzstil, der Hingabe, jahrelange Übung, intensive Mimik, außergewöhnliches schauspielerisches Können sowie komplexe Fuß- und Körperbewegungen erfordert.
Chenda
Unter den vielen Perkussionskunstformen Keralas nimmt die Chenda, ein Schlaginstrument, einen besonderen Platz ein. Das prächtige Instrument gilt als unverzichtbar und wird bei praktisch jeder Veranstaltung in Kerala ausgiebig eingesetzt. Der Spieler schlägt mit speziellen Stöcken komplexe Rhythmen auf die Trommelfläche. Der zylindrische Holzkörper des Instruments besteht aus dem Holz von Cassia fistula, Zuckerpalme, weißem Teak und Jackfruchtbaum. Die Besonderheit: Das Holz stammt aus dem Kern des Jackfruchtbaums.
Kalari
Kalari Payattu ist eine Kampfkunst, die in einer besonderen Art von Übungshalle, der sogenannten Kalari, ausgeübt wird. Ein wesentlicher Bestandteil des Kalari ist die besondere Ausbildung in „Marma“, der Kunst, jeden der 107 Energiepunkte des menschlichen Körpers zu verstehen und zu aktivieren. Diese Marmas oder Vitalpunkte sollen die Ressourcen des Körpers wiederherstellen und seine Energieflüsse ausgleichen. So wird der Praktizierende durch Kalari sowohl zu einem Selbstheiler als auch zu einem Krieger, der seine heilenden Fähigkeiten einsetzen kann, um anderen zu helfen.
Kalari verfügt über ein eigenes ayurvedisches medizinisches Fachgebiet zur Behandlung von Verletzungen, körperlichen Beschwerden und Verrenkungen. Diese Methoden werden in Verbindung mit Massagen angewendet, um Muskelschmerzen zu lindern und die Beweglichkeit des Körpers zu verbessern. Obwohl die Beliebtheit des Kalari im 17. Jahrhundert zurückging, nimmt sie im Bundesstaat Kerala derzeit rasch wieder zu.




